Eine scheinbar unbedeutende Geste, die sich millionenfach täglich wiederholt, kann Ihr Zuhause in eine echte Brandgefahr verwandeln. Rettungsdienste weisen immer wieder darauf hin, dass bestimmte Orte, an denen wir unsere Handys achtlos zum Laden liegen lassen, regelrechte Zeitbomben sind. Entdecken Sie die Risikobereiche und erhalten Sie narrensichere Tipps zum sicheren Laden.
Das Aufladen des Handys ist fast schon ein automatischer Reflex geworden, eine Geste, die wir gedankenlos ausführen. Doch hinter dieser scheinbaren Einfachheit verbirgt sich eine sehr reale Gefahr. Jedes Jahr werden Hausbrände durch überhitzte Akkus, defekte Ladegeräte oder unsachgemäß verwendete Steckdosen verursacht. Angestaute Hitze, ein plötzlicher Kurzschluss oder allmähliche Überhitzung können dieses alltägliche Ritual in eine Katastrophe mit tragischen Folgen verwandeln. Wo sollten Sie Ihr Gerät also auf keinen Fall anschließen?

Sperrzonen für sicheres Laden
Das Bett und das Kissen: eine explosive Kombination
Wer hat nicht schon mal sein Smartphone unters Kopfkissen geschoben, um es griffbereit zu haben, oder es achtlos aufs Bettlaken gelegt und über Nacht angeschlossen? Doch genau hier liegt eine der größten Gefahren. Textilien wie Kissenbezug, Laken oder Bettdecke wirken wärmeisolierend. Sie stauen die Wärme des Akkus und verhindern so deren Ableitung. Das Smartphone überhitzt dadurch gefährlich, und diese Überhitzung kann einen Brand auslösen. Es gab bereits Fälle, in denen Matratzen mitten in der Nacht Feuer fingen und die Schlafenden in Lebensgefahr brachten.

Gepolsterte Sofas und Sessel: eine unterschätzte Falle
Das Prinzip ist dasselbe wie bei einem Bett. Sofas, Sessel und andere Sitzmöbel aus Stoff oder Leder speichern Wärme. Legt man sein Handy zum Laden auf eine solche Oberfläche, erhöht sich das Risiko einer Überhitzung deutlich, insbesondere wenn Ladegerät oder Akku bereits Anzeichen von Schwäche oder Verschleiß zeigen. Ein kleiner, oft kaum wahrnehmbarer Funke kann dann ausreichen, um die Polsterung zu entzünden und den Ort der Entspannung in eine echte Gefahr zu verwandeln.

Badezimmer: Feuchtigkeit, der größte Feind der Elektrizität
Unter der Dusche einen Podcast zu hören oder in der Badewanne ein Video anzuschauen, ist weit verbreitet. Doch das Handy im Badezimmer aufzuladen, ist keine gute Idee. Die hohe Luftfeuchtigkeit und die Nähe zum Wasser erhöhen das Risiko eines Stromschlags oder Kurzschlusses drastisch. Schon ein kleiner Spritzer Wasser an der Steckdose, ein nicht vollständig wasserdichtes Ladegerät – und schon kann es zu einem potenziell tödlichen Stromschlag kommen.

Auto in direkter Sonneneinstrahlung: eine Hochvoltbatterie
Das Aufladen des Handys im Auto ist sehr praktisch, insbesondere für die Nutzung von Navigationsgeräten. Achten Sie jedoch darauf, das Fahrzeug nicht in der prallen Sonne zu parken. Die Temperatur im Auto kann dann extrem ansteigen und mitunter 50 °C übersteigen. Diese extreme Hitze schwächt in Kombination mit dem Ladevorgang den Akku des Handys. Im schlimmsten Fall kann dies zu einer Überhitzung und Explosionsgefahr führen.

Überlastete Steckdosenleisten und minderwertige Ladegeräte: ein tödliches Duo
Hausbrände werden häufig durch überlastete Steckdosenleisten verursacht. Werden zu viele leistungsstarke Geräte an eine einzige Steckdose angeschlossen, führt dies unweigerlich zu Überhitzung. Dieses Risiko wird durch die Verwendung minderwertiger oder gefälschter Ladegeräte noch verstärkt. Diese entsprechen nicht den Sicherheitsstandards und verursachen mit viel höherer Wahrscheinlichkeit einen Kurzschluss oder einen Brand.

Die richtigen Schritte für sicheres Laden
Glücklicherweise lassen sich fast alle Risiken durch ein paar einfache Vorsichtsmaßnahmen ausschließen:
Legen Sie Ihr Smartphone zum Laden immer auf eine harte, ebene Oberfläche, z. B. einen Nachttisch oder Schreibtisch aus Holz. So wird eine ausreichende Belüftung des Geräts gewährleistet.
Investieren Sie in zertifizierte Ladegeräte und Kabel. Markenprodukte, die den Normen entsprechen, sind so konzipiert, dass sie Hitze standhalten und ein Überladen verhindern.
Auch wenn moderne Smartphones über integrierte Schutzsysteme verfügen, sollten sie nicht die ganze Nacht am Stromnetz angeschlossen bleiben. Sobald der Akku voll ist, sollten Sie sie vom Netz trennen.
Überprüfen Sie regelmäßig den Zustand Ihrer Ladegeräte und Kabel. Sobald Sie eine beschädigte Ummantelung, einen verbogenen Stecker oder eine ungewöhnliche Überhitzung feststellen, tauschen Sie diese umgehend aus.
Überlasten Sie Ihre Steckdosenleisten nicht. Vermeiden Sie es, mehrere Geräte mit hohem Stromverbrauch (Heizkörper, Staubsauger usw.) gleichzeitig mit Ihrem Telefon anzuschließen.
Machen Sie es sich schließlich zur Gewohnheit, das Ladegerät aus der Steckdose zu ziehen, wenn Sie es nicht benutzen. Selbst wenn kein Telefon angeschlossen ist, erhitzt sich ein defektes Ladegerät weiter und kann einen Brand verursachen.
Zusammenfassend
Mit diesen wenigen einfachen Regeln können Sie eine potenziell riskante Angelegenheit in eine völlig stressfreie Routine verwandeln. Wie man so schön sagt: Vorbeugen ist besser als Heilen. Ein geeigneter Ort und hochwertige Geräte sind die beiden Säulen sicheren Ladens.