Kompost- und Wurzellarven sehen gleich aus. Die einen beschleunigen den Kompostierungsprozess und entwickeln sich zu den schönsten metallisch-grünen Käfern im Garten. Die anderen zerstören Ihre Pflanzen drei bis vier Jahre lang von unten nach oben. Der Unterschied liegt im Kopf.
In spanischen Gärten gibt es zwei Arten von Engerlingen, die die meisten Menschen gleich behandeln: zerdrücken oder wegwerfen. Das Problem ist, dass sie völlig unterschiedlich sind – die einen sind ein äußerst nützlicher Bestandteil des Komposts, die anderen hingegen echte Schädlinge, die einen Strauch im Nu vernichten können.
Die Goldsalbei-Larve (Cetonia aurata) – die nützliche: Groß, weiß, mit kleinem Kopf und bauchigem Hinterleib. Man findet sie im Kompost, in der Laubstreu und in verrottendem Holz. Niemals im Boden in der Nähe von Pflanzenwurzeln.
Sie ernährt sich ausschließlich von totem organischem Material – niemals von lebenden Wurzeln. Im Kompost arbeitet der Goldketonkäfer (Cetonia) mit Regenwürmern zusammen und beschleunigt die Zersetzung: Er zersetzt Pflanzenreste, verkleinert sie und erleichtert so die Arbeit von Bakterien und Pilzen. Ein Komposter mit Goldketonkäferlarven produziert schneller und qualitativ besseren Humus.
Nach zwei bis drei Jahren im Boden entwickelt er sich zum ausgewachsenen Goldketonkäfer: ein 20 mm großer Käfer mit metallisch grünen Flügeldecken, die mit Gold- und Smaragdgrün gesprenkelt sind. Er zählt zu den schönsten Käfern der Iberischen Halbinsel. Der Käfer besucht Rosen, Holundersträucher und andere Blüten, bestäubt sie und ernährt sich dabei von Nektar.
Ein Detail, das oft übersehen wird: Seine Flügeldecken sind unbeweglich – sie öffnen sich nicht zum Fliegen wie bei anderen Käfern. Zwischen den Flügeldecken und dem Hinterleib befindet sich eine seitliche Öffnung, durch die er seine Flügel ausbreitet. Rein physikalisch betrachtet scheint es ihm unmöglich zu fliegen. Er fliegt jedoch, wenn auch unbeholfen und unpräzise.
Wenn Sie beim Umsetzen des Komposts Heuschreckenlarven finden: Lassen Sie sie dort oder setzen Sie sie in einen anderen Bereich mit organischem Material. Sie sind nützlich.
Der Engerling (Anoxia villosa) – der Schädling:
Die häufigste Art in Spanien. Ähnelt der Heuschrecke, hat aber einen größeren Kopf und ein kürzeres Hinterteil. Eher gelblich als weiß. Man findet ihn im Gartenboden oder im Gemüsebeet, oft neben Pflanzen, die unerklärlicherweise eingehen.
Er ernährt sich von lebenden Wurzeln. Während seines 3- bis 4-jährigen Larvenzyklus kann er das gesamte Wurzelsystem eines Strauchs oder einer Zierpflanze zerstören, ohne dass man es von der Oberfläche aus bemerkt, bis die Pflanze abstirbt. Der Schaden ist radikal (im wahrsten Sinne des Wortes) und unsichtbar.
Der Kontext ist entscheidend für die Diagnose: Befinden sich die Engerlinge im Kompost → wahrscheinlich Heuschrecken → lassen Sie sie dort.
Finden Sie Engerlinge im Boden in der Nähe der Wurzeln absterbender Pflanzen, handelt es sich wahrscheinlich um Sauerstoffmangel oder einen anderen Käferbefall. Bekämpfen Sie das Problem.
Die Morphologie bestätigt dies: Bei der Gemeinen Engerling ist der Kopf klein und der Hinterleib groß. Bei der Gemeinen Engerling ist der Kopf groß und der Hinterleib kleiner. Dieser Unterschied ist mit bloßem Auge erkennbar.
Gleiches Aussehen. Gleicher Boden. Zwei völlig gegensätzliche Rollen. Der Unterschied zwischen dem Zerdrücken eines Komposthaufens und dem Erkennen des Schädlings, der Ihre Pflanzen von den Wurzeln her befällt, liegt in nur einem Augenblick der Beobachtung.