Der Hund ist zweifellos der beste Freund des Menschen. Er drückt seine Liebe und Freude auf vielfältige Weise aus: Er springt, schnurrt, wedelt mit dem Schwanz oder … leckt seinen Besitzer. Obwohl es wie eine liebevolle und harmlose Geste wirkt, ist sie nicht immer hilfreich – und in manchen Fällen wäre es sogar ratsam, dieses Verhalten zu unterbinden.
Was bedeutet es, Hände oder Gesicht zu lecken?
Lecken ist im Grunde ein natürlicher Instinkt des Hundes. In freier Wildbahn lecken Wölfe und Kojoten den Anführer ihres Rudels, um Unterwerfung und Loyalität zu zeigen. Wenn Ihr Hund Sie leckt, ist es daher sehr gut möglich, dass er Sie als seinen „Anführer“ wahrnimmt und seine Zuneigung und seinen Respekt zeigt.
In anderen Fällen mag der Hund einfach den Geschmack Ihrer Haut – entweder wegen des Schweißes, des Salzes auf der Haut oder aus Gewohnheit.
Abgesehen von der emotionalen Seite kann dieses Verhalten jedoch auch zu einem Hygieneproblem werden, insbesondere wenn der Vierbeiner häufig nach draußen kommt und sich dort Bakterienquellen aufhält.
Warum ist es nicht immer in Ordnung, wenn er Sie ableckt?
Die Maulhöhle Ihres Hundes kann Bakterien und Parasiten beherbergen, die bei Kontakt mit Ihrer Haut Reizungen oder sogar Infektionen verursachen können.
Es besteht das Risiko der Übertragung von Krankheiten, insbesondere bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
Übermäßiges Lecken kann zu einem zwanghaften Verhalten werden, einem Zeichen von Angst oder Stress.
Wie Sie ihn vom Lecken abhalten
Am besten beginnen Sie schon in jungen Jahren. Ein Welpe lernt viel leichter und schneller als ein erwachsener Hund. Hier sind einige Empfehlungen:
Sagen Sie ihm jedes Mal bestimmt, aber ruhig „Nein“, wenn er versucht, Sie abzulecken.
Lenken Sie ihn mit einem Spielzeug oder einer Belohnung ab.
Wenn er versucht, Sie abzulecken, stehen Sie auf und ziehen Sie Ihre Aufmerksamkeit zurück – der Hund wird verstehen, dass er mit dieser Geste keine Zuneigung mehr von Ihnen bekommt.
Verwenden Sie Kommandos wie „Sitz“ oder „Bleib“, sobald Sie die Absicht bemerken, und bieten Sie ihm eine akzeptierte Alternative an.
Bei einem erwachsenen Hund mit tief verwurzeltem Verhalten wird der Prozess schwieriger, aber nicht unmöglich sein. Der Schlüssel liegt in Konsequenz und Geduld.
In manchen Fällen, insbesondere wenn das Lecken zwanghaft wird und von anderen Stresssymptomen begleitet wird (übermäßiges Hecheln, zwanghaftes Kauen an den Pfoten, Lecken von Gegenständen), ist es ratsam, sich an einen professionellen Trainer oder einen Verhaltenstierarzt zu wenden.
Ein Hund, der seinen Besitzer leckt, möchte damit sagen: „Ich liebe dich, ich respektiere dich, du bist mein Anführer!“ Doch auch Liebesbekundungen haben ihre Grenzen. Bringen Sie Ihrem Hund zu Ihrem eigenen Wohl und dem Ihres Tieres schon früh bei, was erlaubt ist und was nicht. Eine gesunde Beziehung basiert auf Zuneigung, aber auch auf klaren Regeln.