Das ist die Wahrheit hinter dieser Narbe am linken Oberarm

Jahrzehnte alte Pockenimpfung könnte Sie noch immer vor Affenpocken schützen
Wenn Sie über 50 Jahre alt sind, wurden Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit als Kind gegen Pocken geimpft. Viele tragen noch heute eine kleine, erbsengroße Narbe am Oberarm – eine Erinnerung an die weltweiten Impfbemühungen, die die Pocken 1980 erfolgreich ausrotteten.

Die gute Nachricht: Laut Dr. Michael Mosley, einem britischen Medizinjournalisten und Arzt, bietet diese Impfung möglicherweise noch immer einen wirksamen Schutz vor Affenpocken. Obwohl die Pockenimpfprogramme vor Jahrzehnten eingestellt wurden, scheinen ihre Langzeitwirkungen erstaunlich lange anzuhalten.

Die Pockenimpfkampagnen wurden in Großbritannien und den USA bis etwa 1971/72 fortgesetzt. Das bedeutet, dass die meisten Menschen, die vor dieser Zeit geboren wurden – also im Wesentlichen alle ab 50 Jahren –, die Impfung erhalten haben und laut Berichten der Daily Mail und der New York Times noch immer einen gewissen Schutz besitzen.

Da Pocken und Affenpocken zur selben Virusfamilie gehören, bietet die Pockenimpfung nachweislich einen Schutz von etwa 85 % gegen eine Affenpockeninfektion. Damit zählt sie zu den wirksamsten Impfstoffen der Medizingeschichte.

Besonders bemerkenswert ist, dass die Immunität lebenslang anhalten kann. Studien haben gezeigt, dass Personen, die als Kinder geimpft wurden, auch Jahrzehnte später noch starke Antikörperreaktionen aufweisen. Einer der am längsten dokumentierten Fälle betrifft eine Person, die mehr als 90 Jahre nach der Impfung noch immun war – ein eindrucksvolles Beispiel für ein lang anhaltendes immunologisches Gedächtnis.

Ältere Erwachsene, die vor langer Zeit geimpft wurden, können sich zwar immer noch mit Affenpocken infizieren, doch Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass sie tendenziell mildere Symptome zeigen und sich schneller erholen als Menschen ohne vorherige Immunität.

Dr. Luigi Ferrucci, wissenschaftlicher Direktor des US-amerikanischen National Institute on Aging, betonte, dass Menschen, die vor Jahrzehnten geimpft wurden, weiterhin „hohe Antikörperspiegel und eine starke virusneutralisierende Wirkung“ aufweisen. Eine sichtbare Pockenimpfnarbe ist ein guter Indikator dafür, dass wahrscheinlich noch ein gewisser Schutz besteht.

Dennoch weisen Experten darauf hin, dass die Immunität individuell unterschiedlich ist. Dr. Anthony S. Fauci, der führende Berater des Weißen Hauses für Infektionskrankheiten, merkte an, dass die meisten Geimpften zwar geschützt sind, dieser Schutz aber nicht absolut ist.

„Wir können nicht garantieren, dass jemand, der gegen Pocken geimpft wurde, auch vor Affenpocken geschützt ist“, sagte er der New York Times. Faktoren wie Alter, Gesundheitszustand und die allgemeine Immunfunktion können den Schutz beeinflussen.

Sollten sich Ungeimpfte Sorgen machen?
Die kurze Antwort lautet: Nein. Experten betonen, dass die meisten gesunden Kinder und Erwachsenen ein sehr geringes Risiko haben, schwer an Affenpocken zu erkranken. Das Virus verursacht typischerweise Fieber, Hautausschlag und Müdigkeit, aber die allermeisten Fälle heilen ohne Komplikationen aus, insbesondere bei angemessener medizinischer Versorgung und Überwachung.

Wer ist stärker gefährdet?
Zwei Gruppen haben ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf:

Säuglinge unter 6 Monaten, deren Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt ist. Glücklicherweise ist diese Gruppe im aktuellen Ausbruch nicht wesentlich betroffen.

Ältere Erwachsene, deren Immunität altersbedingt nachlassen kann, profitieren laut Studien dennoch von einem Restschutz durch die Pockenimpfung aus ihrer Kindheit, was die Schwere der Symptome mindert.

Anne Rimoin, Epidemiologin an der University of California, Los Angeles, die seit Jahren Affenpocken in Zentralafrika erforscht, hob den Vorteil moderner Gesundheitssysteme hervor.

„Wir haben das Glück, über Impfstoffe und Behandlungsmethoden zu verfügen“, sagte sie. „Wir können dieses Virus eindämmen.“

Fazit: Affenpocken sind eindämmbar. Affenpocken verbreiten sich erst nach dem Auftreten von Symptomen – ein wichtiger Unterschied zu Viren wie COVID-19. Laut Dr. Rimoin sind die schnelle Identifizierung von Fällen, die Isolation Infizierter, die Kontaktverfolgung und die Quarantäne exponierter Personen die wichtigsten Schritte, um einen Ausbruch zu stoppen.

Dank des anhaltenden Schutzes älterer Erwachsener und der Verfügbarkeit neuerer, auf Pocken basierender Impfstoffe sind wir laut Experten gut gerüstet, um Affenpocken unter Kontrolle zu halten.

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