Diese Schlagzeile klingt nach einer „schockierenden Enthüllung“, doch sie beleuchtet ein sehr reales Problem, das Umweltschützer und Geldbeutel gleichermaßen belastet. Der „Experte“ hat in einem entscheidenden Punkt Recht: Die meisten Menschen werfen Knopfzellenbatterien (und die Geräte, in denen sie sich befinden) weg, ohne zu wissen, dass sie vorhanden sind oder noch funktionieren.
Hier ist der wahre Grund für diese „Enthüllung“:
- Die unsichtbaren Müllkiller
Das Problem sind nicht nur die Batterien selbst, sondern auch, wo sie versteckt sind. Der Experte weist darauf hin, dass Menschen Gegenstände im normalen Müll entsorgen, von denen sie nicht wissen, dass sie batteriebetrieben sind:
Blinkende Kinderschuhe und Spielzeuge: Kleine Module mit Knopfzellenbatterien sind oft eingenäht oder in Plastik eingekapselt. Musikalische Grußkarten: Papierkarten mit Glückwünschen, die beim Öffnen abspielen, enthalten eine Lithiumbatterie.
Einweg-E-Zigaretten (Vapes): Das ist der größte Skandal der Stunde. Sie enthalten hochwertige Lithium-Batterien, die hunderte Male wiederaufgeladen werden können, doch nach dem Dampfen landen sie im Müll.
- Der Trick mit der „leeren“ Batterie
Viele werfen Knopfzellenbatterien (z. B. vom Typ CR2032) weg, weil das Gerät (z. B. eine Fernbedienung oder eine Waage) nicht mehr funktioniert.
Die Wahrheit: Die Batterie ist oft nicht leer, sondern hat lediglich eine oxidierte Oberfläche oder das Gerät benötigt eine etwas höhere Spannung, als die Batterie aktuell liefert.
Tipp: Oft genügt es, die Batterie herauszunehmen und kräftig an Jeans oder einem Tuch abzureiben. Dadurch wird die unsichtbare Oxidationsschicht entfernt, und die Batterie kann monatelang funktionieren.
- Ökologische und sicherheitstechnische Zeitbombe
Warum schlagen Experten Alarm?
Brände: Lithium-Knopfzellenbatterien in Müllwagen oder Sortieranlagen verursachen beim Zerdrücken oft Kurzschlüsse und verheerende Brände.
Giftige Metalle: Ältere Batterietypen (Silber-Zink oder Quecksilber) können beim Verrotten auf Mülldeponien Schwermetalle in den Boden freisetzen.
Was tun? (Expertenrat)
Test mit einem Multimeter: Falls Sie ein Multimeter zu Hause haben, messen Sie die Spannung. Eine CR2032-Knopfzelle sollte 3 V haben. Bei 2,8 V ist sie für das Multimeter bereits leer, leuchtet aber noch etwa sechs Monate lang in einer kleinen LED-Anzeige.
Sammelstellen: Werfen Sie auch die kleinste Batterie in den roten Sammelbehälter im Supermarkt.
Achtung Kinder: Dies ist der wichtigste Teil der Expertenwarnung: Knopfzellenbatterien sind extrem gefährlich beim Verschlucken (sie verursachen innerhalb weniger Stunden innere Verätzungen). Lassen Sie sie niemals lose auf einem Tisch liegen.
Bestimmt haben Sie auch noch eine alte Uhr oder Fernbedienung in einer Schublade, deren Batterie langsam leer wird. Möchten Sie wissen, wie Sie den Batterietyp anhand des numerischen Codes auf der Oberfläche identifizieren können, damit Sie nicht die falsche Batterie kaufen?