Wenn Ihr Kind gemobbt wird, sagen Sie ihm nicht einfach, es solle sich wehren – bringen Sie ihm diese vier Fähigkeiten bei, damit es nicht mehr so leicht zum Ziel wird.
Mobbing ist eine schmerzhafte Realität, mit der viele Kinder im Laufe ihrer Schulzeit konfrontiert werden. Für Eltern kann es herzzerreißend sein, ihr Kind nach dem Mobbing verärgert, zurückgezogen oder verängstigt nach Hause kommen zu sehen. Die instinktive Reaktion vieler Erwachsener ist: „Wehr dich!“ Auch wenn diese Reaktion aus einem Schutzbedürfnis heraus entsteht, schafft Aggression oft mehr Probleme, als sie löst.
Körperliche Auseinandersetzungen können Konflikte verschärfen, zu Disziplinarmaßnahmen in der Schule führen und das Mobbing manchmal sogar verschlimmern. Anstatt auf Vergeltung zu setzen, empfehlen Experten, Kindern Fähigkeiten beizubringen, die ihnen helfen, Selbstvertrauen auszustrahlen, Grenzen zu setzen und Unterstützung zu suchen. Kinder, die diese Fähigkeiten erlernen, werden oft als schwierigere Ziele wahrgenommen, sodass Mobber sie seltener ins Visier nehmen.
Hier sind vier wichtige Lektionen, die Eltern ihren Kindern beibringen können, um ihnen zu helfen, mit Mobbing gesünder und effektiver umzugehen.
- Selbstbewusste Körpersprache vermitteln
Mobber suchen sich oft Opfer aus, die verletzlich oder unsicher wirken. Körpersprache spielt eine wichtige Rolle dabei, wie andere Selbstvertrauen wahrnehmen.

Kinder, die mit gesenktem Kopf gehen, Augenkontakt vermeiden oder ängstlich wirken, signalisieren möglicherweise ungewollt Verletzlichkeit. Wenn Kinder lernen, selbstbewusste Körpersprache zu üben, kann sich die Reaktion anderer auf sie verändern.
Eltern können ihre Kinder dazu ermutigen:
Mit erhobenem Kopf und zurückgezogenen Schultern zu gehen
Beim Sprechen kurz Augenkontakt herzustellen
Deutlich und ruhig zu sprechen
Nicht eingeschüchtert zu wirken
Diese einfachen Verhaltensweisen vermitteln Selbstsicherheit und können Mobber abschrecken, die oft nach leichten Opfern suchen.
- Ruhige und selbstbewusste Reaktionen vermitteln
Viele Mobber suchen nach emotionalen Reaktionen. Wenn ein Kind sichtlich verärgert oder wütend wird, kann dies das Verhalten des Mobbers bestärken.

Kindern beizubringen, ruhig und selbstbewusst zu reagieren, kann helfen, Situationen zu entschärfen.
Hilfreiche Reaktionen, die Kinder üben können, sind zum Beispiel:
„Hör auf! Das mag ich nicht.“
„Lass mich in Ruhe.“
„Das ist nicht lustig.“
Wichtig ist, diese Reaktionen bestimmt, aber ohne Aggression zu geben. Wenn Kinder diese Sätze zu Hause üben, fühlen sie sich besser vorbereitet, wenn sie in der Schule auf schwierige Situationen stoßen.
- Starke Freundschaften fördern
Kinder, die sich isoliert fühlen, werden eher von Mitschülern gemobbt. Unterstützende Freunde können einen großen Unterschied machen.

Kinder zu ermutigen, positive Freundschaften zu knüpfen, bietet ihnen emotionale Unterstützung und Schutz. Mobber greifen viel seltener jemanden an, der von Freunden umgeben ist.
Eltern können helfen, indem sie Folgendes fördern:
Teilnahme an Gruppenaktivitäten
Sportmannschaften oder Vereine
Kooperationsspiele
Förderung sozialer Kompetenzen
Starke Freundschaften helfen Kindern außerdem, sich weniger allein und selbstbewusster zu fühlen.
- Kindern beibringen, sich ohne Scham Hilfe zu suchen
Eines der größten Missverständnisse von Kindern in Bezug auf Mobbing ist, dass es dasselbe sei, einem Erwachsenen davon zu erzählen wie „Petzen“. In Wirklichkeit ist es oft die sicherste und verantwortungsvollste Reaktion, um Hilfe zu bitten.



Kinder sollten verstehen, dass sie Mobbing nicht allein bewältigen müssen. Vertrauenspersonen können ihnen Rat geben, bei Bedarf eingreifen und zu einem sichereren Umfeld beitragen.
Eltern können Kinder ermutigen, mit folgenden Personen zu sprechen:
Lehrkräften
Schulpsychologen
Trainern
Eltern oder Erziehungsberechtigten
Das Wissen um Unterstützung gibt Kindern Sicherheit und das Gefühl, nicht hilflos zu sein.
Warum Selbstvertrauen oft die beste Verteidigung ist
Studien zeigen, dass Mobber häufig Kinder ins Visier nehmen, die unsicher oder sozial isoliert wirken. Indem Eltern ihren Kindern Selbstvertrauen, Kommunikationsfähigkeit und das Suchen nach Unterstützung vermitteln, helfen sie ihnen, die emotionale Stärke zu entwickeln, die sie brauchen, um schwierige soziale Situationen zu meistern.
Diese Fähigkeiten helfen nicht nur, Mobbing zu stoppen – sie stärken auch die Resilienz, das Selbstwertgefühl und die Beziehungen der Kinder im Laufe ihres Lebens.
Ein sicheres Zuhause schaffen
Der vielleicht wichtigste Schritt, den Eltern tun können, ist eine offene Kommunikation. Kinder sollten sich wohlfühlen, über ihre Erlebnisse zu sprechen, ohne Angst vor Verurteilung oder Bestrafung haben zu müssen.
Schon einfache Gewohnheiten können viel bewirken, zum Beispiel:
Regelmäßig nach dem Tag fragen
Aufmerksam zuhören, ohne zu unterbrechen
Ihre Sorgen ernst nehmen
Dem Kind versichern, dass es nicht allein ist
Wenn Kinder wissen, dass sie zu Hause Unterstützung finden, sprechen sie eher über Probleme und suchen nach Lösungen.
Kinder stärken
Mobbing ist eine schwierige Herausforderung, kann aber auch eine Chance sein, wertvolle Lebenskompetenzen zu vermitteln. Indem Eltern Selbstvertrauen, Durchsetzungsvermögen, Freundschaft und die Suche nach Unterstützung fördern, können sie ihre Kinder darin bestärken, Widrigkeiten mit Stärke und Reife zu begegnen.
Anstatt Kindern beizubringen, sich mit Wut zu wehren, ist es vielleicht eine der wichtigsten Lektionen, die sie ins Erwachsenenalter mitnehmen, ihnen beizubringen, stark zu bleiben, ohne sich zum leichten Ziel zu machen.