Die Blutgruppe beeinflusst weit mehr als nur die Verträglichkeit von Bluttransfusionen. Forschungen zeigen Zusammenhänge zwischen den Blutgruppen des ABO-Systems und bestimmten Gesundheitsrisiken. Dabei gilt jedoch: Die Blutgruppe ist nur ein Faktor unter vielen. Lebensstil, Alter, Gene und Umwelt haben meist einen deutlich größeren Einfluss auf die Gesundheit.
Die wichtigsten Blutgruppen
Die Blutgruppen werden durch das ABO-System bestimmt:
- Blutgruppe A
- Blutgruppe B
- Blutgruppe AB
- Blutgruppe 0 (Null)
Zusätzlich gibt es den Rhesusfaktor (positiv oder negativ).
Mögliche Gesundheitszusammenhänge
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Studien deuten darauf hin, dass Menschen mit den Blutgruppen A, B oder AB ein etwas höheres Risiko für Blutgerinnsel und bestimmte Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben als Menschen mit Blutgruppe 0. Ein möglicher Grund sind Unterschiede bei Gerinnungsfaktoren im Blut.
Magen- und Darmerkrankungen
- Menschen mit Blutgruppe 0 scheinen anfälliger für Magengeschwüre zu sein, insbesondere im Zusammenhang mit dem Bakterium Helicobacter pylori.
- Blutgruppe A wurde in einigen Studien mit einem erhöhten Risiko für Magenkrebs in Verbindung gebracht.
Infektionskrankheiten
Bestimmte Krankheitserreger binden leichter an Zellen bestimmter Blutgruppen. Deshalb können Blutgruppen die Anfälligkeit für einige Infektionen beeinflussen. Die Unterschiede sind meist moderat und bedeuten nicht, dass eine bestimmte Blutgruppe vor Krankheiten schützt oder sie verursacht.
Schwangerschaft
Bei Schwangerschaften spielt vor allem der Rhesusfaktor eine Rolle. Eine Rhesus-Unverträglichkeit zwischen Mutter und Kind kann medizinisch relevant sein, lässt sich heute jedoch meist gut verhindern und behandeln.
Was die Blutgruppe nicht vorhersagen kann
Die Blutgruppe erlaubt keine zuverlässigen Aussagen über:
- Lebenserwartung
- allgemeine Fitness
- Persönlichkeit
- optimale Ernährungsweise
Insbesondere die sogenannte „Blutgruppendiät“ wird von der wissenschaftlichen Evidenz nicht unterstützt.
Fazit
Die Blutgruppe kann mit bestimmten Gesundheitsrisiken statistisch zusammenhängen, aber sie bestimmt nicht Ihr gesundheitliches Schicksal. Faktoren wie Nichtrauchen, regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und die Behandlung bestehender Erkrankungen haben für die Gesundheit in der Regel einen wesentlich größeren Einfluss als die Blutgruppe allein.