Diese Behauptung wird häufig in sozialen Medien und Boulevardartikeln verbreitet, ist aber nicht als allgemeine medizinische Empfehlung für alle Frauen belegt.
Die Argumentation dahinter lautet meist:
- Manche Fachleute vermuten, dass häufiges Wasserlassen unter der Dusche das Gehirn daran gewöhnen könnte, das Geräusch oder Gefühl von fließendem Wasser mit Harndrang zu verknüpfen. Das ist eine Hypothese zur sogenannten konditionierten Blasenreaktion, aber die wissenschaftliche Evidenz dafür ist begrenzt.
- Ein weiterer Punkt ist die Körperhaltung: Einige Expertinnen und Experten weisen darauf hin, dass vollständiges Entleeren der Blase auf der Toilette – mit entspanntem Beckenboden – unter Umständen leichter gelingt als im Stehen. Ob das beim Duschen tatsächlich zu Problemen führt, ist jedoch nicht eindeutig nachgewiesen.
Für die meisten gesunden Menschen gibt es keinen überzeugenden wissenschaftlichen Nachweis, dass gelegentliches Urinieren unter der Dusche gesundheitliche Schäden verursacht.
Wenn jemand jedoch bereits unter Beckenbodenproblemen, Harninkontinenz oder wiederkehrenden Blasenbeschwerden leidet, kann eine Ärztin oder ein Arzt individuelle Empfehlungen zum Toilettenverhalten geben.
Kurz gesagt: Die pauschale Aussage „Frauen sollten unter der Dusche nicht urinieren“ wird durch die derzeitige wissenschaftliche Evidenz nicht eindeutig gestützt. Sie vereinfacht ein Thema, das von individuellen Faktoren abhängt.