Mehrere Jahre nach dem massiven Start der COVID-19-Impfkampagnen hat sich die globale Gesundheitslandschaft dramatisch verändert.
Die Impfstoffe haben ihren Hauptzweck erfüllt: Millionen von Leben gerettet und die kritischste Phase der Pandemie gestoppt. Die medizinische und wissenschaftliche Gemeinschaft ist sich jedoch in einer Sache einig: Geimpft zu sein bedeutet nicht, die Vorsichtsmaßnahmen völlig aufzugeben.
Was meinen Experten, wenn sie sagen, dass Geimpfte „wachsam sein“ sollten? Es geht nicht um Panikmache, sondern um verantwortungsvolle epidemiologische und persönliche Überwachung.
1. Die ständige Weiterentwicklung des Virus (Neue Varianten)
SARS-CoV-2 hat ein enormes Mutationspotenzial gezeigt. Die ersten Impfstoffe (und viele der Auffrischungsimpfungen) wurden entwickelt, um die ursprünglichen Virusstämme zu bekämpfen.
Immunologische Umgehung: Die ständig neu entstehenden Varianten und Subvarianten besitzen die Fähigkeit, die zelluläre Immunität oder die durch frühere Impfstoffe erzeugten Antikörper teilweise zu umgehen.
Infektion vs. Schweregrad: Während Impfstoffe weiterhin hochwirksam sind, um Krankenhausaufenthalte und Todesfälle zu verhindern, nimmt der Schutz vor Infektionen durch milde oder moderate Formen mit der Zeit und mit neuen Virusstämmen ab.
2. Das Phänomen „Long COVID“
Einer der wichtigsten Gründe, wachsam zu bleiben, ist das Fortbestehen von Langzeitsymptomen.
Wichtiger Hinweis: Mehrere Studien zeigen, dass eine Impfung zwar das Risiko, an Long COVID zu erkranken, deutlich verringert, das Risiko aber nicht auf null reduziert.
Bei Personen mit vollständigem Impfschutz, die sich infizieren, können folgende Symptome auftreten:
Schwere chronische Müdigkeit.
Gehirnnebel und Konzentrationsprobleme.
Herzklopfen und leichte Herzprobleme.
3. Der allmähliche Verlust der Immunität
Immunität, ob durch natürliche Infektion oder Impfung erworben, ist nicht dauerhaft. Die Konzentration neutralisierender Antikörper im Blut nimmt mit der Zeit ab. Daher besteht für diejenigen, deren Impfung mehr als ein Jahr zurückliegt und die keine Auffrischungsimpfung gegen aktuelle Virusvarianten erhalten haben, erneut ein erhöhtes Risiko.
Was bedeutet „in Alarmbereitschaft sein“ in der Praxis?
Wachsam zu sein bedeutet nicht, in Angst zu leben, sondern vielmehr eine der aktuellen Realität angepasste Präventionskultur anzunehmen:
Handlung: Warum ist das wichtig?
Auffrischungsimpfungen: Aktualisierte Impfstoffe (bivalent oder spezifisch für neue Varianten) lehren das Immunsystem, das mutierte Virus zu erkennen.
Beobachten Sie Ihre Symptome. Gehen Sie nicht davon aus, dass es sich nur um eine Erkältung handelt. Wenn Sie Atemwegssymptome verspüren, verhindern Sie durch Isolation oder das Tragen einer Maske die Ansteckung gefährdeter Personen.
Schutz der Risikogruppen: Das familiäre Umfeld ist wichtig. Für sich selbst zu sorgen bedeutet auch, sich um ältere oder immungeschwächte Erwachsene im eigenen Zuhause zu kümmern.