Wenn die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) ihre Aufgaben – die Produktion von Verdauungsenzymen und lebenswichtigen Hormonen – nicht mehr richtig erfüllt, schlägt sich das in typischen körperlichen Beschwerden nieder.
Hier sind 8 zentrale Symptome einer gestörten Bauchspeicheldrüsenfunktion und die wichtigsten Schritte, die man dagegen tun kann:
Die 8 Symptome einer schlecht funktionierenden Bauchspeicheldrüse
- 1. Fettstuhl (Steatorrhoe): Da dem Körper Enzyme zur Fettverdauung fehlen, wird unverdautes Fett unvollständig ausgeschieden. Der Stuhl ist oft auffällig hell, glänzend, schaumig, riecht extrem unangenehm und klebt hartnäckig an der Toilettenschüssel.
- 2. Gürtelförmige Oberbauchschmerzen: Häufig treten krampfartige oder brennende Schmerzen im oberen Bauchbereich auf, die oft gürtelförmig und intensiv bis in den Rücken ausstrahlen. Sie verschlimmern sich oft kurz nach dem Essen.
- 3. Unbeabsichtigter Gewichtsverlust: Obwohl normal oder sogar mehr gegessen wird, nehmen Betroffene rapide ab. Grund dafür ist, dass die Nahrung (Proteine, Fette, Kohlenhydrate) mangels Enzymen nicht mehr richtig aufgespalten und verwertet werden kann.
- 4. Starke Blähungen und Völlegefühl: Unverdaute Nahrungsbestandteile wandern weiter in den Darm, wo sie von Bakterien zersetzt werden. Das führt zu starker Gasbildung (Meteorismus), schmerzhaften Blähungen und einem dauerhaften Druckgefühl nach den Mahlzeiten.
- 5. Chronische Verdauungsstörungen & Durchfall: Wiederkehrende, voluminöse und breiige Durchfälle sind die direkte Folge der sogenannten Maldigestion (mangelhaften Verdauung).
- 6. Anzeichen von Diabetes (Blutzuckerschwankungen): Produziert die Bauchspeicheldrüse zu wenig Insulin, gerät der Blutzuckerspiegel durcheinander. Plötzlicher Durst, häufiges Wasserlassen, ständige Müdigkeit oder unerwartete Blutzuckerwerte können auf einen pankreopriven Diabetes (Typ-3c) hindeuten.
- 7. Mangelerscheinungen (Vitamine & Mineralstoffe): Da fettlösliche Vitamine (A, D, E, K) ohne Fette nicht ins Blut aufgenommen werden können, leiden Betroffene oft an Begleiterscheinungen wie trockener Haut, schlechterer Wundheilung, blauen Flecken (Vitamin-K-Mangel) oder Muskelschwäche.
- 8. Übelkeit und Erbrechen: Besonders nach dem Verzehr von fetteinreichenden Mahlzeiten reagiert der Magen-Darm-Trakt oft mit plötzlicher Übelkeit und Brechreiz, da das Organ überlastet ist.
Was man dagegen tun kann
- Ärztliche Diagnostik (Gastroenterologe): An erster Stelle steht die Abklärung durch einen Arzt. Mittels einer Stuhlprobe (Bestimmung des Elastase-1-Wertes), Blutuntersuchungen (Blutzucker, Lipase) sowie bildgebenden Verfahren (Ultraschall, MRT/CT) lässt sich die Funktion exakt überprüfen.
- Enzymsubstitution (Enzyminnahme): Fehlen dem Organ Verdauungsenzyme, werden diese in Form von Kapseln (meist Pankreatin) zu jeder Mahlzeit eingenommen. Sie übernehmen die Aufspaltung von Fetten, Kohlenhydraten und Eiweißen künstlich.
- Ernährungsumstellung:
- Auf Alkohol und Nikotin sollte konsequent verzichtet werden, da sie die Hauptursachen für chronische Entzündungen darstellen.
- Statt drei großen, schweren Mahlzeiten lieber viele kleine Portionen über den Tag verteilt essen, um das Organ zu entlasten.
- Eine moderat fettarme, aber hochwertige Ernährung (keine Radikaldiäten, da Fette in Maßen und mit Enzymen wichtig sind) einhalten.
- Medizinische Begleitung des Blutzuckers: Liegt eine Störung der Insulinproduktion vor, muss der Blutzucker engmaschig überwacht und ggf. mit Insulin oder speziellen Medikamenten eingestellt werden.
Hinweis: Da die Bauchspeicheldrüse eine enorme Reservekapazität besitzt, zeigen sich Beschwerden oft erst, wenn das Organ bereits zu großen Teilen geschädigt ist. Wiederkehrende Oberbauchschmerzen oder Fettstühle gehören deshalb zwingend von einem Arzt abgeklärt.