Sie kennen diese Enttäuschung bestimmt: Vor einem Jahr hielt Ihr Smartphone noch einwandfrei, doch jetzt schmilzt der Akku innerhalb eines halben Tages dahin. Und jetzt stehen Sie im Servicecenter, schauen sich die Preisliste für den Akkuwechsel an und spüren, wie sich in Ihnen die Kröte regt.
Es kommt Ihnen vor, als wäre das Handy erst gestern noch frisch und munter gewesen. Warum geben Akkus so schnell auf und wie können Sie ihre Lebensdauer ohne unnötige Kosten und Nerven verlängern? Lassen Sie es uns auf menschlich-leichte Weise und ohne technische Absurditäten herausfinden.
Warum verliert der Akku an Leistung?
Moderne Handys verwenden Lithium-Ionen- oder Lithium-Polymer-Akkus. Sie sind leicht, laden schnell und erhitzen sich nicht wie ihre alten Nickel-Pendants.
Aber sie haben auch eine Schwachstelle: eine begrenzte Anzahl von Lade- und Entladezyklen. Ein Ladezyklus entspricht einer Ladung von 0 auf 100 %, allerdings nicht in einem Durchgang: Beispielsweise ergibt eine Aufladung von 50 auf 80 und dann von 70 auf 90 Zyklen insgesamt einen vollständigen Ladezyklus.
Normalerweise sind solche Akkus für 400–800 Zyklen ausgelegt, was 2–3 Jahren normaler Nutzung entspricht. Dann folgt die ständige Suche nach Steckdosen, das Leiden an Powerbanks und die Sehnsucht nach den Zeiten, als sie noch den ganzen Tag durchhielten.
Warum sinkt die Akkukapazität?
– natürlicher Verschleiß der Komponenten (nichts hält ewig);
– Überhitzung, insbesondere im Sommer oder bei aktiven Spielen;
– ständiges Laden über Nacht;
– systematische Entladung bis auf Null;
– billige und minderwertige Ladegeräte.
Mythen, die den Akku beeinträchtigen
Bevor wir zu den Empfehlungen übergehen, wollen wir uns mit den im Internet kursierenden Missverständnissen auseinandersetzen.
Mythos Nr. 1: „Man muss sein Handy vollständig entladen, bevor man es auflädt.“
Völlig falsch. Das galt auch für alte Akkus mit Memory-Effekt. Lithium-Ionen-Akkus leiden unter häufigem Entladen auf 0 %.
Mythos Nr. 2: „Besser immer 100 % laden.“
Auch ein Irrtum. Ständiges Vollladen beschleunigt die Akkualterung durch die hohe Spannung.
Mythos Nr. 3: „Nur das Originalkabel rettet.“
Teilweise wahr. Qualität und Zertifizierung sind entscheidend. Und „billige“ Produkte vom Markt können wirklich schaden.
Mythos Nr. 4: „Ein neuer Akku muss kalibriert werden.“
Nein, das gehört der Vergangenheit an. Kalibrieren ist bei Lithium-Akkus nahezu nutzlos – außer für die Ladeanzeige, nicht aber für den Akku selbst.
So laden Sie Ihr Smartphone richtig: Tipps, die funktionieren
- Nicht bis auf 0 % entladen
Akkus kommen gut mit einem Ladezustand von 20–80 % zurecht. Häufiges Entladen auf Null und vollständiges Laden auf 100 % verkürzen ihre Lebensdauer. Es ist besser, immer nur ein bisschen zu laden – das ist völlig normal. - Lassen Sie Ihr Smartphone nicht ständig am Ladegerät
Besonders nachts nicht. Geräte ohne Smart-Charging-Funktion (neue iPhone-Modelle und einige Android-Geräte verfügen darüber) laden weiter und gleichen Verluste von 1–2 % aus – und so weiter die ganze Nacht. Das sind unnötige Ladezyklen.
Lösung: Laden Sie tagsüber und entnehmen Sie das Gerät bei 80–90 %. Wenn Sie nur nachts laden, aktivieren Sie in den Einstellungen „Optimiertes Laden“.
- Schützen Sie Ihr Gerät vor Überhitzung
Hohe Temperaturen sind einer der größten Feinde des Akkus. Spielen Sie nicht während des Ladevorgangs, legen Sie das Telefon nicht unter ein Kissen und lassen Sie es nicht in der Sonne liegen. Hitze beschleunigt den Verschleiß um ein Vielfaches. - Vermeiden Sie billige Ladegeräte
Billige Adapter können nicht nur durchbrennen, sondern liefern auch den falschen Strom, wodurch der Akku schneller leer wird. Kaufen Sie einmal ein bewährtes Gerät – und vergessen Sie die Probleme. - Zertifizierte Kabel verwenden
Ein Kabel ist nicht nur ein Draht. Im Inneren befindet sich ein Mikroschaltkreis, der die Stromversorgung regelt. Schlechte Kabel überhitzen, verschleißen und können den Anschluss beschädigen oder die Akkulaufzeit verkürzen. - Laden Sie Ihr Gerät nicht in der Kälte
Lithium-Akkus vertragen keine Minustemperaturen. Bei Minusgraden verlieren sie an Kapazität, und das Laden in der Kälte kann die Elemente beschädigen. Lassen Sie das Gerät besser auf Raumtemperatur aufwärmen. - Schnellladen – nur wenn nötig
Ständige Nutzung der Schnellladefunktion erhöht den Akkuverschleiß. Verwenden Sie sie nur im Notfall. Im Alltag ist eine normale Laderate vorzuziehen.
Spickzettel zur Akkupflege
– Lassen Sie den Akku nicht bis auf 0 % entladen;
– Halten Sie den Ladezustand zwischen 20 und 80 %;
– Vermeiden Sie nächtliches Laden (oder aktivieren Sie die Smart-Funktion);
– Überhitzen oder unterkühlen Sie das Gerät nicht;
– Laden Sie nur mit hochwertigen Geräten;
– Lassen Sie das Telefon nicht in der Sonne oder in der Nähe des Akkus liegen;
— Lagern Sie das Gerät nicht über längere Zeit im entladenen Zustand.
Was tun, wenn der Akku bereits am Limit ist?
Wenn sich das Smartphone zu schnell ausschaltet, ist es Zeit, den Akku zu aktualisieren. Zunächst können Sie versuchen, das Beste aus ihm herauszuholen:
— Energiesparmodus aktivieren;
— unnötige Dienste deaktivieren – Bluetooth, GPS, WLAN;
— Bildschirmhelligkeit reduzieren;
— automatische Synchronisierung nicht verwendeter Anwendungen deaktivieren;
— dunkles Design auf dem OLED-Bildschirm aktivieren.
Wenn dies nicht hilft, lohnt es sich, den Akku in einer zuverlässigen Werkstatt austauschen zu lassen. Das ist deutlich günstiger als ein neues Handy zu kaufen.
Fragen und Antworten
Schädigt kabelloses Laden den Akku?
Nein, sofern es zertifiziert ist und nicht zu Überhitzung führt. Allerdings ist die Effizienz geringer, und das Gerät kann sich stärker erhitzen.
Kann ich das Gerät mit einer Powerbank laden?
Ja, aber es ist wichtig, dass diese von hoher Qualität ist.