Avocados zu Hause anbauen: Vom Kern zur schnelleren Frucht

Viele beginnen ihre Avocado-Zuchtreise, indem sie einen Kern aus der Küche aufbewahren. Das Keimen eines Kerns ist ein tolles Projekt, aber wer tatsächlich eigene Avocados ernten und essen möchte, muss einige wichtige Techniken beherrschen. Sich nur auf einen Kern zu verlassen, erfordert viel Geduld, doch mit einem einfachen Trick namens Veredelung lässt sich der Prozess um Jahre beschleunigen.

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Das Geheimnis für schnellere Früchte: Veredelung

Einen Avocadobaum direkt aus einem Kern zu ziehen, macht Spaß, birgt aber zwei große Probleme. Erstens kann es 10 bis 15 Jahre dauern, bis ein aus einem Kern gezogener Baum die erste Avocado trägt. Zweitens schmecken aus Kernen gezogene Avocados selten so wie die ursprünglich gegessene. Die Früchte können wässrig, faserig oder sehr klein sein.

Um dieses Problem zu beheben, wenden Avocadozüchter eine Methode namens Veredelung an. Bei der Veredelung werden zwei verschiedene Pflanzen zu einer einzigen kombiniert. Man verwendet die aus Samen gezogene Pflanze aufgrund ihrer kräftigen Wurzeln und setzt einen Zweig eines älteren Baumes darauf, der bereits hervorragende Avocados trägt.

Darum ist das Veredeln der wichtigste Schritt:

  • Schnellere Ernte: Da der veredelte Zweig von einem ausgewachsenen Baum stammt, verhält sich Ihre neue Pflanze sofort wie ein ausgewachsener Baum. Ein veredelter Baum kann bereits nach 3 bis 4 Jahren Früchte tragen, statt nach 15 Jahren.
  • Qualitätsgarantie: Die Früchte entsprechen exakt dem Baum, von dem der Zweig stammt. Verwendet man beispielsweise einen Zweig eines Hass-Avocadobaums, erhält man Hass-Avocados.

Wie man eine Avocado veredelt

Veredelung klingt vielleicht kompliziert, ist aber ein unkomplizierter Vorgang, sobald der Sämling bereit ist.

  • Die Unterlage ziehen: Lassen Sie Ihren Avocadokern keimen und wachsen, bis der grüne Hauptstamm etwa so dick wie ein Bleistift ist. Dies ist Ihre „Unterlage“.
  • Nehmen Sie einen Edelreis: Suchen Sie sich einen kleinen, gesunden Zweig von einem ausgewachsenen Avocadobaum, der gute Früchte trägt. Dieses Stück wird als „Edelreis“ bezeichnet. Es sollte den gleichen Durchmesser wie Ihr Sämling haben.
  • Die Schnitte ausführen: Schneiden Sie den oberen, belaubten Teil Ihres Sämlings ab, sodass ein kurzer Stumpf übrig bleibt. Spalten Sie die Oberseite dieses Stumpfes vorsichtig in der Mitte, etwa 2,5 cm tief.
  • Den Edelreis formen: Nehmen Sie Ihren Edelreiszweig und schnitzen Sie das untere Ende zu einem V-förmigen Keil.
  • Verbinden Sie die beiden Teile: Schieben Sie den V-förmigen Keil des Edelreises fest in den Spalt am Stumpf Ihres Sämlings. Die grünen Schichten unter der Rinde müssen sich berühren, damit sie zusammenwachsen können.
  • Versiegeln Sie die Veredelungsstelle fest mit speziellem Veredelungsband für den Gartenbau. Dadurch bleibt die Stelle sauber und die Pflanze hält zusammen, während sie verheilt und zu einem einzelnen Baum heranwächst.

Avocados in Töpfen in Innenräumen anbauen

Wer in einer Gegend mit kalten Wintern lebt, kann einen Avocadobaum erfolgreich im Haus ziehen. Bei den richtigen Bedingungen gedeihen sie gut in Töpfen.

  • Geeigneter Boden: Avocados haben empfindliche Wurzeln, die in schwerer, nasser Erde leicht faulen. Verwenden Sie daher immer eine lockere Blumenerde, die mit Sand oder Perlit vermischt ist, damit das Wasser schnell abfließen kann.
  • Maximales Licht: Stellen Sie Ihre Avocado im Topf vor ein Südfenster. Sie benötigt täglich mindestens 6 bis 8 Stunden direktes, helles Sonnenlicht. Ist Ihre Wohnung dunkel, hängen Sie eine Pflanzenlampe direkt darüber.
  • Vorsichtiges Gießen: Halten Sie die Erde niemals dauerhaft nass. Warten Sie, bis sich die obersten fünf bis acht Zentimeter der Erde vollständig trocken anfühlen, bevor Sie erneut gießen. Gießen Sie dann gründlich, bis Wasser unten aus dem Topf austritt.

Die ultimative Herausforderung: Avocado-Bonsai

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Einen Avocadobaum in einen wunderschönen Miniatur-Bonsai zu verwandeln, der Früchte trägt, ist eine lohnende Herausforderung. Avocados neigen von Natur aus dazu, zu massiven Bäumen mit riesigen Blättern heranzuwachsen, daher müssen sie ständig erzogen werden.

  • Wählen Sie eine Zwergsorte: Um an einem kleinen Bonsai Früchte zu ernten, müssen Sie eine Zwerg-Avocado-Sorte auf Ihren Sämling veredeln. Die Sorte ‘Wurtz’ (oft auch als ‘Little Cado’ verkauft) ist die beste Wahl, da sie von Natur aus kleiner bleibt.
  • Regelmäßiger Rückschnitt: Um den Baum klein zu halten und das Wachstum kleinerer Blätter zu fördern, müssen Sie regelmäßig die jüngsten Blattknospen an den Zweigspitzen entfernen. Dadurch wird der Baum dazu angeregt, breiter und dichter zu wachsen, anstatt hoch und sparrig zu werden.
  • Wurzelschnitt: Alle zwei bis drei Jahre müssen Sie den Baum aus seinem Bonsai-Topf nehmen, einen kleinen Teil der dicksten Wurzeln vorsichtig zurückschneiden und ihn mit frischer Erde wieder einpflanzen, damit er seine Miniaturform behält.

Profi-Tricks und Tipps für den Erfolg

  • In Erde pflanzen: Anstatt Zahnstocher und ein Glas Wasser zu verwenden, pflanzen Sie den frischen Avocadokern direkt in einen kleinen Topf mit feuchter Erde. Dadurch entwickelt sich oft von Anfang an ein viel stärkeres und gesünderes Wurzelsystem.
  • Stark düngen: Avocados benötigen viel Nährstoffe. Verwenden Sie einen speziellen Dünger für Zitrus- oder Avocadobäume, da diese wichtige Nährstoffe wie Zink enthalten, die in herkömmlichen Düngemitteln nicht vorkommen.
  • Schützen Sie die Rinde: Junge Avocadobäume verbrennen leicht in der direkten, intensiven Sonne. Wenn Sie Ihren Zimmerbaum im Sommer nach draußen stellen, schützen Sie den Stamm vor Sonnenbrand, indem Sie ihn beschatten oder locker einwickeln.
  • Wurzeln in Ruhe lassen: Avocadowurzeln wachsen sehr nah an der Erdoberfläche. Graben oder harken Sie niemals stark um den Stammfuß herum, da Sie das flache Wurzelsystem leicht beschädigen können.

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