Ob Sie gekeimte Kartoffeln essen können, hängt vor allem davon ab, wie stark sie keimen und in welchem Zustand die Knolle ist.
Der Grund dafür ist Solanin (ein natürliches Glykoalkaloid), das die Pflanze zu ihrem Schutz vor Fressfeinden bildet. Solanin konzentriert sich besonders stark in den Keimen, den dazugehörigen „Augen“, der Schale sowie in grünen Stellen. Das Gift ist hitzebeständig und wird beim Kochen nicht zerstört.
Hier ist eine einfache Orientierung:
Wann Sie keimende Kartoffeln noch essen können
- Kleine, wenige Keime: Wenn die Knolle noch fest und prall ist und nur ein paar kurze Keime hat, müssen Sie sie nicht wegwerfen.
- Richtige Zubereitung: Schneiden Sie die Keime, die Keimansätze („Augen“) sowie eventuelle grüne Stellen großzügig (mit etwas Abstand) heraus.
- Schälen: Schälen Sie die Kartoffel gründlich, da der Großteil des verbliebenen Solanins in der Schale sitzt. Essen Sie keinesfalls ungeschälte “Pellkartoffeln” oder Kartoffelschalen, wenn die Knollen bereits gekeimt haben.
Wann Sie keimende Kartoffeln entsorgen sollten
- Stark keimend und verschrumpelt: Haben sich zahlreiche oder sehr lange Triebe gebildet und ist die Kartoffel weich, schrumpelig oder pergamentartig, sollten Sie sie komplett entsorgen. In diesem Stadium hat sich das Solanin im gesamten Inneren der Knolle stark angereichert.
- Großflächig grün: Hat die Kartoffel viel Licht abbekommen und starke grüne Stellen entwickelt, gehört sie ebenfalls in den Müll.
- Bitterer Geschmack: Schmeckt ein Kartoffelgericht ungewohnt bitter oder brennt es im Hals, essen Sie es sofort nicht weiter (Solanin-Warnsignal).
Gut zu wissen: Eine zu hohe Aufnahme von Solanin kann zu Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall), Kopfschmerzen oder Benommenheit führen. Schwangere und kleine Kinder sollten bei keimenden Kartoffeln besonders vorsichtig sein und im Zweifel lieber auf frische Ware ausweichen.
Haben Sie aktuell Kartoffeln zu Hause, bei denen Sie unsicher sind, ob sie noch gut sind?