Geschwollene Füße und Knöchel: 10 mögliche Ursachen, Warnzeichen und wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten

Geschwollene Füße und Knöchel (Ödeme) entstehen durch eine Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe. Während harmlose Ursachen oft mit dem Lebensstil zusammenhängen, können sie manchmal auch auf ernsthafte Erkrankungen hinweisen.

10 mögliche Ursachen für geschwollene Füße und Knöchel

  • Langes Stehen oder Sitzen: Wer stundenlang in derselben Position verweilt, verlangsamt die Blutzirkulation in den Beinen. Die Schwerkraft lässt Flüssigkeit in das untere Gewebe sacken.
  • Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft: Durch die hormonellen Umstellungen und den erhöhten Druck der Gebärmutter auf die Beckenvenen staut sich das Blut häufig in den Beinen.
  • Venenschwäche (Chronisch venöse Insuffizienz): Wenn die Venenklappen in den Beinen nicht mehr richtig schließen, versackt das Blut in den Extremitäten, statt zum Herzen zurücktransportiert zu werden.
  • Nebenwirkungen von Medikamenten: Bestimmte Arzneien wie Blutdrucksenker (insbesondere Calciumkanalblocker), Kortison, Antidepressiva oder Hormonpräparate (Östrogene) begünstigen Wassereinlagerungen.
  • Herzinsuffizienz (Herzschwäche): Wenn das Herz nicht mehr kraftvoll genug pumpt, staut sich das Blut vor dem Herzen zurück, was zu Schwellungen in den Beinen, Knöcheln und Füßen führt.
  • Nierenerkrankungen: Die Nieren regulieren den Flüssigkeits- und Salzhaushalt des Körpers. Funktionieren sie nicht richtig, verbleibt zu viel Flüssigkeit im Organismus.
  • Lebererkrankungen (z. B. Zirrhose): Eine erkrankte Leber produziert zu wenig Albumin, ein Eiweiß, das die Flüssigkeit in den Blutgefäßen hält. Tritt Flüssigkeit aus, entstehen Ödeme.
  • Lymphödem: Eine Störung oder Schädigung des Lymphsystems (z. B. nach Operationen oder Krebstherapien) verhindert den Abfluss der Lymphflüssigkeit, meist in Armen oder Beinen.
  • Verletzungen: Verstauchungen, Bänderrisse, Brüche oder Sehnenentzündungen im Fuß- oder Knöchelbereich lösen als natürliche Immun- und Heilungsreaktion eine lokale Entzündungsschwellung aus.
  • Infektionen und Entzündungen: Lokale Bakterienherde, Wunden oder rheumatische Erkrankungen führen oft zu schmerzhaften, geröteten Schwellungen.

Warnzeichen (Red Flags)

Schwellungen sollten genauer untersucht werden, wenn sie gemeinsam mit bestimmten Begleiterscheinungen auftreten:

  • Plötzliche und einseitige Schwellung: Schwillt nur ein Bein plötzlich an, begleitet von Schmerzen, Überwärmung oder einer bläulichen beziehungsweise rötlichen Verfärbung, besteht der Verdacht auf eine Thrombose.
  • Atemnot und Brustschmerzen: Treten die Schwellungen gemeinsam mit Luftnot, Schwindel oder Engegefühl in der Brust auf, kann dies auf eine akute Herzschwäche oder eine lebensgefährliche Lungenembolie hindeuten.
  • Offene Wunden oder Hautveränderungen: Farbveränderungen der Haut, Geschwüre oder starkes Spannen der Haut erfordern medizinische Abklärung.

Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten

Ein sofortiger Notarztbesuch ist notwendig, wenn die Schwellung akut auftritt, stark schmerzt und von Atemnot, Brustschmerzen oder plötzlichem Schwindel begleitet wird.

Einen zeitnahen Arzttermin sollten Sie vereinbaren, wenn:

  • Die Schwellungen regelmäßig auftreten, anhalten oder trotz Hochlagerns und Bewegung nicht verschwinden.
  • Nur ein Bein oder Fuß betroffen ist (Verdacht auf Thrombose oder Entzündung).
  • Die Haut sich bei Druck auf die geschwollene Stelle stark eindrücken lässt (sogenannte Dellenbildung).
  • Sie vermuten, dass ein neu eingenommenes Medikament die Ursache ist.

Leave a Comment